01./02.05.2014

Veröffentlicht am: Autor: Walter Gerig

Anatolien – Die Wiege der Menschheit

Türkei TürkeiAm 1. Mai war wieder einmal Kilometer Fressen angesagt. Frühmorgens verliessen wir das Goldene Horn in Istanbul und überquerten den Bosporus. Erstaunlicherweise war wenig Verkehr, wohl auch weil 1. Mai war. Damit waren wir endgültig in Asien angekommen oder genauer gesagt in Anatolien. Diese Region war der Schnittpunkt vieler Kulturen und auch der Ort wo unter anderem Noah mit seiner Arche „landete“.

Zuerst fuhren wir durch die endlos scheinenden Industrie- und Hafenvorstädte Istanbuls. Danach durch das landschaftlich abwechslungsreiche anatolische Hochland auf etwa 1000 müM. Mittagsrast machten wir im UNESCO Weltkulturerbe Dorf Safranbolu, eine ehemals von Griechen bewohnte Siedlung. Gemäss dem Lausanner Vertrag von 1923 siedelten die meisten Griechen mehr oder weniger freiwillig in ihr Heimatland um. Anschliessend verliessen wir wieder das Hochland und fuhren entlang der Schwarzmeer Küste nach Samsun, unserem Tagesziel. Samsun ist eine Millionenstadt mit dem grössten türkischen Schwarzmeerhafen und ist das türkische Zentrum des Teeanbaus.

Am nächsten Tag verliessen wir wie üblich unser Hotel um 8 und fuhren weiter dem Schwarzen Meer entlang. Kurz vor Mittag verliessen wir die Küstenstrasse und fuhren ins Zigana-Gebirge. Eine wilde, atemberaubende Berggegend mit tiefen Schluchten und viel Wald. Irgendwie erinnert mich die Gegend ans Südtirol mit dem Unterschied das in den Bergdörfern anstatt Kirchen Moscheen stehen.

Am Rande eines Stausees, in einem kleinen Bergdorf, nahmen wir das Mittagessen ein. Da heute Freitag (islamische Sonntag) ist, war kaum Platz zu finden in dem kleinen Restaurant. Viele Gläubige (nur Männer) leisten sich nach dem Gebet ein auswärts Mittagessen. Wir probierten verschiedenste Eintopfgerichte. Sie waren alle hervorragend und kosteten für 15 Personen inklusive Getränke insgesamt nur 10 Franken.

Um zu unserem Tagesziel zu kommen verliessen wir das Gebirge und fuhren wieder Richtung Schwarzmeer. Unterwegs besuchten wir noch das heute im Altindere-Nationalpark, in den Felsen hängende Sumela-Kloster. Es ist ein ehemals griechisch-orthodoxes Kloster aus byzantinischer Zeit und steht heute unter Schutz als türkisches Nationalerbe. Die Klosterreliquien, die bekannteste war eine Ikone mit Splittern des Kreuzes an dem Jesus gestorben sein soll, wurden 1930 den Griechen zurück gegeben

Am frühen Abend erreichten wir unser Tagesziel Trabzon. Sie ist die östlichste grosse Hafenstadt am Schwarzmeer und ist vor allem ein Umschlags- und Handelsplatz für Agrarprodukte, insbesondere Haselnüsse, Tee und Tabak.

Morgen geht es weiter Richtung Georgien und es steht uns wieder einmal ein Grenzübertritt bevor, dort wo einst das NATO Land Türkei mit dem ehemaligen Warschau Pakt Land Sowjetunion eine gemeinsame Grenze hatte.

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