02.06.-04.06.2014

Veröffentlicht am: Autor: Walter Gerig

Turfan – Eine historische Wüstenstadt mit besonderem Charme

China ChinaNach fast 2000 Km Fahrt auf der auf der Nordroute der Taklamakan Wüste sind wir am Donnerstag in Dunhuang, am westlichen Rand der Wüste, eingetroffen. Hier vereinen sich wieder die Nord- und Südrouten der Seidenstrasse. Für diese Strecke brauchten die Karawanen früher mehr als zwei Monate. Dank guter chinesischer Verkehrsinfrastruktur schafften wir dies in 5 Tagen.

Unterwegs legten wir einen Ruhetag in der Wüstenstadt Turfan ein. Einige Kilometer ausserhalb der Stadt durchfuhren wir eine riesige Windparkanlage mit tausenden von Windmühlen. Angeblich eine der grössten der Welt. Wieder einmal plagten uns technische Probleme. Die Armaturenanzeigen von Martin‘s Toyota leuchteten fast wie ein Christbaum vor lauter Warnhinweisen. Er verbrachte den ganzen Tag in einer Werkstatt und konnte dann das Problem halbwegs lösen. Ursache war der Partikelfilter.

Turfan oder auch Turpan liegt in einer Senke unter dem Meeresspiegel und hat im Gegensatz zu anderen, neueren Retorten-Oasenstädte einen gewissen Charme. Die Bewohner haben viele Strassen und Fussgängerwege mit Weinspalieren in schattige und grüne Durchgänge verwandelt. Turfan ist auch das Weinbeerenzentrum Chinas. Die Weinproduktion ist aber vernachlässigbar, die meisten Trauben werden getrocknet und als Weinbeeren von allerbester Güte vermarktet.  Fast jedes Haus besitzt eine belüftete Backsteinhütte wo sich die für diese Region typischen, heisstrockenen Winde hervorragend für diese Zwecke nutzen lassen.

Wir verbrachten den ganzen Dienstag in Turpan und besichtigten die historischen und natürlichen Sehenswürdigkeiten während Martin mit seinem Auto beschäftigt war. Zuerst besuchten wir die Grotten von Bezeklik und kamen auf dem Weg dorthin an den Flammenden Bergen vorbei, die in einem bekannten chinesischen Roman beschrieben wurden. Die Ebene vor diesen Bergen war übersäht mit Dutzende von Ölpumpen mit den die angeblich riesigen Reserven des Gebiets angezapft werden. Zurück in der Stadt besichtigten wir das Karez-Bewässerungssystem indem natürliche, unterirdische Flüsse angezapft werden, die das Wasser von den Gletschern des Tian Shan Gebirges zum Ort des Bedarfs transportieren.

Am Nachmittag besuchten wir die Überreste der früheren einst reichen Stadt Jiaohe die dann aber wegen Wassermangel von ihren Bewohnern verlassen wurde und danach allmählich versandete. Vor einiger Zeit wurde sie von Archäologen wieder freigelegt. Auf dem Heimweg besuchten wir noch das 40 m hohe Emin Minarett mit angrenzender Moschee.

Am Mittwoch nahmen wir dann den letzten Abschnitt unserer Wüstenreise in Angriff mit dem Ziel Dunhuang. Leider  machte Martin‘s Auto weiter Probleme. Schliesslich fanden wir  in der Wüstenstadt Hami eine Toyota Werkstatt. Da Diesel PWs in China nicht sehr verbreitet sind konnten die auch nicht sehr viel helfen. Nach Konsultationen mit dem Schweizer Toyota Importeur, für die dieser Vorfall einzigartig war, entschied sich Martin den Filter ausbauen zu lassen. In der Zwischenzeit fuhren wir weiter zu unserem Tagesziel. Martin, Heidi und der chinesische Führer Zhang blieben zurück und fuhren uns dann in Nacht, nach dem Ausbau des Filters nach und erreichten Dunhuang morgens um drei. Er verschmutzt jetzt halt die Umwelt etwas mehr was aber bei den Millionen von 100 Tönnern chinesischer Lastwagen ohne Partikelfilter kein allzu grosse zusätzliche Belastung für die Umwelt sein sollte. Die entsprechenden Ersatzteil wurden in Brüssel bestellt und werden jetzt per Kurier nach Lhasa im Tibet geschickt. Fortsetzung folgt.

 

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