15.05.2014

Veröffentlicht am: Autor: Walter Gerig

Maschhad und Vakilabad – Stätte des Unrechts

Iran IranAm frühen morgen verliessen wir Maschhad Richtung turkmenische Grenze. Unser Hotel lag etwas ausserhalb des Zentrums von Maschad am Vakilabad Boulevard in unmittelbarer Nähe des berühmt berüchtigten Vakilabad Gefängnisses. Hier möchte ich noch einen Nachtrag machen zu Maschhad, den ich aber erst publizieren wollte nachdem ich das Land verlassen hatte. Man weiss ja nie ob der Geheimdienst mitliest.

IIm Zentral-Gefängnis von Vakilabad kam es nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen 2010 und 2011 zu Massenhinrichtungen von mutmasslichen Rauschgifthändlern, die aber auch Regimekritiker hätten sein können, ohne Gerichtsverhandlungen. 2005 wurden zwei minderjährige Jugendliche aus diesem Gefängnis öffentlich gehängt in Maschhad vermutlich ausschliesslich wegen ihrer Homosexualität. Vor ihrer Hinrichtung sassen die beiden 14 Monate im Gefängnis und wurden mit je 228 Peitschenhieben öffentlich gefoltert. Zum Zeitpunkt der Hinrichtung war Mahmoud Asgari 16 und Ayaz Marhoni 18 Jahre alt. Dieses Vorgehen löste einen weltweiten Aufschrei von Regierungen und Menschenrechtsorganisationen aus und verstiess krass gegen die Kinderrechtskonvention, die allerdings vom Iran, Somalia, Südsudan und man staune von den USA nie ratifiziert wurden

Darf man so ein Land überhaupt besuchen wurde ich von einigen Lesern gefragt. Würde man die Frage Radio Erewan stellen wäre die Antwort: Im Prinzip nein aber es gibt Gründe dafür. Für unsere Reise war es ein Transitland, aber nicht nur das, es befriedigte auch unsere kulturellen Interessen und nicht zuletzt die Neugier. Ich hatte nur all das Böse von Iran im Kopf und wurde konfrontiert mit der Banalität der täglichen Normalität; junge Familien mit glücklichen Kindern, Hochzeiten, lebhafte Märkte und freundlichen Leute. In der überfüllten U-Bahn von Maschhad offerierten mir die Leute spontan ihren Sitz mit der Bemerkung wir wären ihre Gäste. Insbesondere die iranischen Frauen waren hoch erfreut über uns und bedankten sich oft überschwänglich das wir ihr Land besuchten. Die Mullahs bedanken sich für den Besuch Irans Oft war dabei im Unterton auch zu hören, wir sind froh dass ihr uns nicht vergessen habt und dankbar sind das der Westen das Mullah Regime unter Druck setzt trotz aller Unbill die sie wegen den Boykotte erleiden müssen.

An der Grenze verabschieden sich die Mullahs mit einem riesigen Dankesposter für den Besuch Irans. Die Grenzübertrittsprozedur in der Wüste, bei zum Teil Temperaturen um die Mittagszeit von 37 Grad, dauerte insgesamt 7 Stunden zu und wir erreichten Mary, die viertgrösste Stadt Turkmenistans mit etwas über 100‘000 Einwohnern, erst gegen Mitternacht.

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