27.06.-29.06.2014

Veröffentlicht am: Autor: Walter Gerig

Das Altai Gebirge in der Wüste Gobi

Mongolei Mongolei27.06.2014 Déjeuner in der Offiziersmesse des chinesischen Zolls
Wir verbrachten praktisch den ganzen Tag mit Warten. Zeit zum Jassen. Diesmal haben Ellinor und François gewonnen. Um die Mittagszeit war es mit den Autopapieren soweit in Ordnung und wir verschoben uns Richtung Polizei-, Grenzwacht- und Zollkontrolle. Wie üblich stauten sich die Lastwagen und jede Menge mongolische Einkaufstouristen vor dem Zollhof. Wegen einer Computerpanne konnte aber niemand abgefertigt werden. Als dann die Panne behoben war, war es Zeit für die Mittagspause. Das hiess noch einmal zwei Sunden warten.

Entgegenkommenderweise wurden wir eingeladen die Zeit mit einem Mittagessen in der Kantine des brandneuen Zollkomplexes einzunehmen neben Polizisten, Militärs und jeder Menge Inspektoren verschiedenen Ranges. Einer anerbot sich sogar uns zu helfen falls wir Probleme hätten. Das hilf uns dann allerdings nicht viel. Wir mussten trotzdem das ganz Gepäck ausladen und durch das Zollgebäude schleppen zur Ausreiseinspektion.

Nach ein paar hundert Meter Niemandsland, standen wir dann vor dem mongolischen Zoll. Der Unterschied zwischen China und der Mongolei könnte nicht grösser sein wenn man die Gebäude vergleicht. Auf der einen Seite die Chinesen mit einem imposanten, top modernen Verwaltungskomplex und auf der anderen Seite die Mongolen in einem schäbigen, ja fast baufälligen Gebäude. Dafür waren die Prozeduren relativ unkompliziert.

Mittlerweile war es schon gegen sechs Uhr Abends und wir fuhren noch ungefähr 50 Km an den Rand des Altai Gebirges in der westlichen Gobi Wüste. Diese Gegend im Südwesten der Mongolei ist nur sehr dünn besiedelt vorwiegend durch nomadisieren Hirten. Nun hiess es Zelte aufstellen, Schlafsäcke ausrollen und ein wunderbares Nachtessen einnehmen zubereitet durch unsere dreiköpfige mongolische Begleitcrew.

28.06.2014 Gewitternacht im Zelt auf 3000m
Nachdem wir unsere Zelte wieder eingepackt hat ging es weiter ins altaische Hochland auf engen und holprigen Wegen bis zu unseremTagesziel auf 3000m am Fusse des 4000ers Sutay Hut; ein heiliger Berg für die Mongolen. Leider war der Himmel sehr verhangen und wir konnten nicht sehr viel sehen von der angeblich eindrucksvollen Bergkulisse. Zum Glück regnete es noch nicht als wir die Zelte aufstellten. Wiederum wurden wir von unserer Crew mit einem hervorragend Nachtessen beglückt. Danach legten wir uns zum Schlafen in die Zelte. Während der ganzen Nacht zog dann eine Serie von heftigen Gewittern mit Dauerregen über uns her. Irgendwann in der Nacht realisierte ich dann das mein Kissen und mein Schlafsack nass wurden. Mein Zelt hielt dem Dauerregen nicht stand. Ich zog mich an und flüchtete dann in einer Regenpause ins Auto und verbrachte den Rest der Nacht dort. Gegen morgen wurde es dann allerdings empfindlich unangenehm ohne Schlafsack.

29.06.2014 Wo sind die Strassen
Als erstes gab es am Morgen warmen Kaffee, Rührei und Honigbrote. Das uns half den Frust der verregneten und kalten Nacht zu ertragen. Danach mussten wir die klatschnassen Zelte zusammenpacken.

Dafür war die heutige Reise durch das Altai Gebirge um so spannender. Wir durchquerten unzählige Flusstäler und erklommen jede Menge von Hügeln auf holprigen Pisten. Auf der Karte sind zwar Strassen eingezeichnet aber wir haben keine davon entdeckt sondern nur unzählige Pisten in den Steinwüsten und Steppen gefunden. Gekonnt wurden wir von unserer Begleitcrew durch die Gegend gelotst. Ihr Fahrzeug, das auch das ganze Zelt und Küchenmaterial transportiert, gleicht in etwa einem VW Bus ist aber die russische Variante davon.

Im Gegensatz zu China wo man in der Taklamakan Wüste oder im tibetischen Hochland überall relative gut ausgebaute Strassen fand, gesäumt von Strommasten, Breitbandübertragunslinien, Windparks und Sonnenenergieanlagen scheint die Mongolei überhaupt keine Infrastruktur zu haben. Man kommt sich schon fast vor wie in einem Freilichtmuseum. Hie und da sieht man eine Herde Schafe und Ziegen, wilde und domestizierte Pferde und Kamele oder eine vereinzelte Jurte. Nach hunderten von Kilometern Schüttelfahrt erreichten wir dann eine Hochebene auf etwa 2500 m. Wir übernachteten im Provinznest Altai und genossen die warmen Duschen und weichen Betten unseres einfachen Hotels. Schon bald versanken wir todmüde in unseren Betten.

 

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