Nordwestchina

Veröffentlicht am: Autor: Walter Gerig

Nordwestchina – Die abgelegenen Territorien

NWChina Dazu gehören die Provinzen Xingjiang, Qinghai, Gansu, Ningxia und die Innere Mongolei. Sie umfassen fast einen Drittel der gesamten chinesischen Landmasse.  Diese Gebiete befinden sich weitgehend hinter der Chinesischen Mauer, auch “Grossen Mauer” genannt. Gemäss traditionellem chinesischen Denken sind diese Territorien abgelegen  und werden nach ihrem Verständnis von fremdsprachigen Barbaren bewohnt. Diese Gebiete sind nur dünn besiedelt, vorwiegend von ethnischen Minderheiten, insbesondere Uiguren, Hui und Mongolen. Sie leben weit verstreut über riesige Steppen, Wüsten und Hochebenen. Xingjiang, Ningxia und die Innere Mongolei haben den Status “Autonomer Gebiete” wie das Autonome Gebiet Tibet, Mittlerweile erlaubt China relativ uneingeschränkt  die Verwendung lokaler Sprachen und einheimischer Religionen. Da die Bewohner autonomer Gebiete  strengster Kontrolle unterstehen führt das immer wieder zu erheblichen Spannungen in der Beziehung zu Han-China.

Im westlichsten Teil liegt das “Uigurisch Autonome Gebiet Xinjiang”, angrenzend an Zentralasien und den Mongolischen Staat. Es umfasst 1/6 der chinesischen Landmasse mit 21.5 Mio Einwohner, davon 45 % muslimische Uiguren. Die Uiguren sind ein Turk Volk und sprechen Uigurisch, ein türkischer Sprachzweig aus der altaischen Sprachfamilie. Separatistische  und terroristische Bewegungen kämpfen für einen unabhängigen islamischen Gottesstaat „Ostturkestan“.

Qinghai liegt im Nordosten des tibetischen Hochlandes und ist die viertgrösste Provinz der VR China mit einer Fläche von 720,000 KM2 aber nur 5.6 Mio Einwohnern. Sie ist vielleicht die am wenigsten erschlossene Provinz des Landes. Die Bevölkerung ist multi-ethnisch. Der gebirgige Westen wird von Nomaden bevölkert. Gut die Hälfte der Bevölkerung besteht aus Han-Chinesen (54,5 %), der Rest sind Tibeter (20,8 %), Hui (16 %), Mongolen, Salar, Tu und Dongxiang. Die meisten Tu und viele Mongolen sind wie die Tibeter lamaistische Buddhisten. Die Hui sind ethnische Chinesen, die Salar sind turkstämmig und die Dongxiang sind mongolischstämmig muslimische ethnische Minderheiten

Gansu ist das historischen Grenzland des alten Chinas und wird in Ost-West Richtung vom Hexi Korridor durchschnitten, eine schmale Passage durch die Berge und einst die einzig mögliche Landverbindung von China in den Westen. Fast die Hälfte der Fläche Gansus sind Minderheitengebiete mit zwei Autonomen Bezirken, sieben Autonomen Kreisen und 26 Nationalitäten-Gemeinden. In diesen Gebieten stellen die Minderheiten die Mehrheit der Bevölkerung. Von den etwa 26 Mio Einwohnern Gansus zählen aber nur 8.5 % der Bevölkerung zu den ethnischen Minderheiten.

Print Friendly, PDF & Email